Sonntag, 14. Oktober 2007

Eva H.

Ich habs wieder versucht, ich habe versucht mich dem Sog zu entziehen und nicht über das nachzudenken, was inzwischen täglich in den Medien breitgetreten wird.

Ich habs nicht gepackt. Irgendwie kommt man doch ins Grübeln.

Ich dachte immer die Ideologie sei die Krux aller ideologischen Idioten. Aber nein inzwischen sind wir soweit, das sich Frau Mustermann von einer karrieregeilen Alleinerziehenden etwas von Familie und Werte erzählen lässt.
Muss man nur Moderatorin sein um so eine Scheisse verzapfen zu können ? Oder merkt keiner das hier was schief gewickelt ist ? Was würde man zu Rudi Völler sagen, wenn er Vorträge über Gebärmutterhalskrebs hält ?
Na klar ich kann anfangen über Werte zu reden, meinetwegen auch im 3. Reich, aber eines muss klar sein. Entweder muss ich alles Betrachten oder ich muss meine Aussagen sehr vorsichtig wählen.
Zuerst dachte ich ( wie wohl Kerner auch ) das die gestandene Medienfrau in der Wortwahl daneben gelegen hat. Nun inzwischen wissen wir es besser.
So wird unsere neue "Blut-und-Boden" Tusse wohl noch eine Weile ihre Botschaft vom propagandistischen Bild der deutschen Frau verbreiten.
Na ich bin mal gespannt ob sie sich in die Rolle einer Gebärstation für den arischen deutschen Nachwuchs einfindet oder doch eher sich der "Realo"-Position mit Verhütung ala Kriegswinter '44 und Familienpolitik im Arbeitslager-style.

Jedenfalls kriegt derjenige, der den Mist aus den aktuellen Nachrichten streicht und sie endlich im braunen Mediensumpf versickern lässt, von mir das goldene Medienkreuz mit Eichenlaub am Bande.

Ein
Ziuwari

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Was ist Krieg ?

Ich sitze hier und wunder mich.
Krieg war schon immer nur durch eines geprägt.
Keine Regeln, es ist das Chaos, das Recht des Stärkeren.

Jeder der sich ein bischen mit der Thematik befasst, merkt eines sehr schnell, man lernt zu töten und zwar schnell oder man stirbt.

Wer gesehen hat wie eine schwangere Frau eine Handgranate im Babywagen in einen Militärstützpunkt schiebt und seine Kameraden an der Splitterwirkung verbluten sieht.
Was wird er beim nächsten mal tun ?
Was wird er bei einem ähnlichen Fall tun ?
Was würde jeder tun, wenn man nur lange genug dem unerträglich grausamen Alltag ausgesetzt ist ?

Ich will den Krieg im Irak nicht rechtfertigen, oder die Mittel mit denen er geführt wird. Aber ich muss sagen, jeder der schonmal Streife gegangen ist, echte Munition im Gewehr hatte und den Befehl nach Anruf zu schiessen. Der wird genau wissen was in den Männern vorgeht, die im zweifelsfall eher auf Zivilisten schiessen, als sich in Gefahr zu bringen. Vorallem wenn ihnen die Erfahrung sagt, mein Freund ist tot, weil er nicht geschossen hat.

Wieviel kann man von einem Soldaten verlangen ?
Was muss er aushalten ?
Wann darf er sich in den Strudel der Gewalt ziehen lassen ? Darf er das überhaupt ?

Ich kann die Empörung nicht verstehen, die einem entgegen schlägt, wenn wieder Zivilisten sterben.
Es ist der Soldat, der die Entscheidung trifft. Aber es sind die Umstände, die das Ergebnis ausmachen.

Es ist Krieg, er ist nicht sauber, nicht schön, nicht professionell, nicht unblutig, nicht unschuldig.

Es ist Krieg.
Es ist keine natürliche Auslese, es ist nicht Vorhersehbar, wer überleben wird.
Es ist Chaos und es sterben Menschen, Militärs, Zivilisten, Männer, Frauen, Kinder. Jeder.

Natürlich sollte sowas nach Möglichkeit nicht passieren, aber kann ich dem Soldaten den Prozess machen ? Oder muss ich den Grund für sein "Versagen" woanders suchen ?

Ich finde die Antwort ist nicht so einfach, wie es die Presse gerne hätte. Sie ist nicht klar.

Ein
Ziuwari

Dienstag, 9. Oktober 2007

Hartz 15

Der Herr der Agentur, Teil 1: Die Gefährten.

Es war einmal ein kleines Dorf namens Berlin, da taten sich einige schlaue Herren zusammen und konzipierten die Zukunft der Agentur.
Sie waren sehr fleissig und schufen ein System, welches eine kleine, zeitweise Sicherheit gegen den Verlust der Arbeit darstellen sollte.
Das neue System konnte nun nicht mehr als Hängematte benutzt werden und viele Bewohner des Dorfes fühlten sich schlecht behandelt, weil alle ihre Einzahlungen mehr als Geldanlage besahen denn als Versichertenbeitrag.

Der Herr der Agentur, Teil 2: Die zwei Türme.

Es gab nun 2 mächtige Herren, der eine hatte Macht und keine Chance weiterhin lange an der Macht zu bleiben, der andere hingegen war ein aufstrebender, der noch alles vor sich hatte.
Die beiden hatten sehr unterschiedliche Positionen und während der Aufstrebende meinte, dass mehr Hängematte = weniger Grips = mehr Stimmen für ihn, so war der andere der Meinung das er nun den Bewohnern solange klar gemacht hatte, das es keine Hängematte mehr gäbe, das man dies nun nicht ändern sollte.

Der Herr der Agentur, Teil 3: Die Rückkehr des Königs

Und während sich Beck und Müntefering noch stritten, wer nun die bessere Auslegung des alten Systems hatte und wer mehr für sein Dorf tun könnte kam ein dritter daher, hatte Ausnahmsweise mal eine neue Idee, überraschte die beiden Streithähne und liess sie teeren und federn und fürderhin von Hartz 15 leben.
Die Bewohner waren so erstaunt von dem Aktionismus und Entschlossenheit des neuen, dass sie ihn kurzerhand zum König machten.

Und so wurde Gregor Gysi König von Berlin.

Das war: Niedergang einer Volkspartei, ein Märchen in 3 Akten.
Die Figuren der Erzählung sind frei erfunden, zufällige Übereinstimmung sind durchaus beabsichtigt.



ein Ziuwari

p.s.
Sollten Sie diese Geschichte in Bayern erzählen so ersetzen Sie bitte Gysi durch Beckstein und Berlin durch Bayern ( wahlweise München ) um Alpträume zu vermeiden.

Montag, 1. Oktober 2007

Aasgeier

Es fasziniert wielange ein Land wie Myanmar existieren kann, ohne von der Aussenwelt wahrgenommen zu werden. Existieren scheint mir bei kurzer Betrachtung der Lebenslage innerhalb des Landes schon fast zuviel, eher Vegetieren.

Der Bürger, täglich gefüttert mit ca. 3 Themen aus Inland, Ausland und Wirtschaft fühlt sich durch stoische Widerholung der Bilder und Kommentare gut Informiert.
Es ist nicht schwer Symphatie für hungernde Mönche zu wecken.
Es ist nicht schwer Emotionen in die Bilder zu legen.

Aber kümmert sich eigentlich irgendwer um diesen Flecken Erde wenns nicht gerad um Erschiessungen oder Hungersnöte geht ?

Wahrscheinlich schon, allerdings ist es dann nicht gut genug für eben eines der 3 Themen.

Und während der "Grüne" Wähler Petitionen zeichnet, werden am "Deutschen Stammtisch" überlegungen laut, ob eine im Dschungel gelegene Militärstadt mit lauter Diktatoren drin nicht ein tolles Ziel abgeben würde.

Es ist nur eine Frage der Zeit bis in Birma ( Myanmar ) die Waffen sprechen werden. Und dank Internet und "Vollblutjournalisten" ist die Welt mittendrin statt nur dabei.
Und wenn dann X-tausend Mönche tot sind, neben einigen Oppositionellen und dem unfähigen Koch des letzten Staatsbanketts, zieht die öffentliche Meinungsmaschinerie weiter.

Weiss noch wer, wo Tschetschenien liegt ? Was aus dem "Bürgerkrieg" in Palästina geworden ist ? Ob in Darfur noch gekämpft wird ?

Ich finde es Pervers und doch kann ich mich dem Sog nicht entziehen. Ich würde keinen Ausweg kennen, auch wenn man mich fragen würde. Und doch bin ich mir sicher das es Falsch ist, was mit dem Apparat der öffentlichen Meinungsmache passiert.
Wer sortiert Nachrichten ? Wer kontrolliert Nachrichten ? Könnten wir einen Krieg "vergessen" nur weil er nicht blutig genug ist ? Oder weil einfach keine "guten" Bilder existieren ?

Internet wär eine möglichkeit, doch auch hier bleibt das Problem zu Sortieren, zu Erfassen und zu Katalogisieren.

Was bleibt sind nichtmal Meldungen über UFO's oder Loch Ness, nein dazu gibts heutzutage Afrika, da ist immer was los.

Herzlos, Gefühllos, Sinnlos.

Ein
Ziuwari

Mittwoch, 26. September 2007

Sein Wille geschehe.

Er geht.
Ja wirklich.
Echt jetzt.

Er regiert bis zum letzten Atemzug. Der letzte bayerische, Zitat: "Preusse" zeigt allen nochmal wie es richtig gemacht wird.

Und während der Rest des Landes noch auf eine verzweifelte, "ich kette mich an meinen Stuhl"- Aktion Stoibers wartet, wählt die CSU vorsichtshalber schonmal einen Nachfolger.

Einen Nachfolger der, Zitat: "Weder eine schwangere Ex-Freundin hat noch Latex-Klamotten besitzt".

Ja NachfolgER, denn eine Frau wär ja zuviel für die CSU. Nochdazu eine, Zitat: "Junge attraktive 50 Jährige".

Und damit sich ja nicht zuviel ändert schwören die beiden "echten" Kandidaten die alten Herren schonmal auf den altbekannten Kurs der CSU ein.
Ja, viel wird sich nicht ändern in der CSU auch wenn er geht. Aber vielleicht können wir ja wenigstens auf eine zünftige Racheaktion hoffen wenn die erwartete "Ich-will-nicht-weg" Arie wirklich ausbleiben sollte.

Und da sage mir einer nocheinmal "Gute Zeiten Schlechte Zeiten" - TV hätte keine bleibenden Schäden hinterlassen.

Wer sich nun wundert woher die ganzen netten Zitate stammen kann in den Tagesthemen vom 24. fündig werden.
Ja genau in unseren unpolitischen, ich lass nix raus, immer korrekten Tagesthemen.
Zumindest haben sie sich getraut, auch im Kommentar, dem Scheidenden wenigstens einmal noch richtig in den Arsch zu treten. ( naja für Tagesthemen verhältnisse wenigstens )

ein
Ziuwari

Montag, 17. September 2007

Notstand !

Es scheint ansteckend zu sein.

Und wieder haben wir ein Opfer innerhalb der Regierung zu beklagen. Nachdem der stetige Strom gequirlten Hirnausflusses aus dem Bundesinnenminister nicht zu stoppen war, scheint eine Epidemie um sich zu greifen.
Neues ( ok altes auch und ach immer wieder ) Opfer: Bundesverteidigungsminister Jung, nach anfänglich unterdrückten kurzen Koliken von Rechtsunsicherheit kotzt er nun öffentlich und ungeniert Verfassungsbruch.

Ruft einen Arzt, oder besser ruft den übergesetzlichen Notstand aus und verweigert den beiden Idioten das Recht auf Arbeit.

/sarkasmus

Freiheit statt Angst

Ich bin zu dem Termin leider nicht in Berlin.
Ich kann nur jedem politisch leicht Interessierten raten geht da hin !
Auch wenn die Demo natürlich gern "genutzt" wird noch andere Dinge zu vertreten sind die Grundideen richtig und es wird Zeit das sich öffentlicher Widerstand regt.

ein
Ziuwari

Sonntag, 9. September 2007

Religion ist Heilbar

Ausnahmsweise mal ein Auszug aus einem ganz normalen Scheisstag:

Ich stehe in der Ubahn, der Mp3 - Player dudelt, Jeans, meine "Hauspantoffeln" ( wie man meine Schuhe getauft hat ) und ein Shirt mit der Aufschrift "Religion ist Heilbar".

Ein Stoss von der Seite, sofort fährt in mir alles hoch, X - Jahre Kampfsport, SV - Training, Deeskalationstraining. Als ich den Stöpsel aus meinem Ohr ziehe, dringt das tönende Organ eines arabisch angehauchten Jugentlichen an mein Ohr.

Ich muss sofort feststellen das ich die voreingenommene Ablehnung gegenüber der Sprache nicht unterdrücken kann, allein das immer wieder eingestreute Walla ( wie schreibt man das ? ) oder Lan bringt mich auf die Palme.
Der programmierte Rundumblick zeigt sofort, es ist keiner der "ich-hab-5-mann-hintermir-und-bin-nun-stark" Typen und ich bin versucht Sinn in seine Worte zu interpretieren.

Der junge Mann war mir bei der Übersetzung sehr zu Hilfe, denn er wiederholte sich immer und immer wieder und so war mir nach kurzer Zeit klar, das er sich über mein Shirt aufregte.

Ich stellte wieder ab, desinteressiert bugsierte ich mich so, das er sich mir nicht unbemerkt wieder nähern könnte und wartete ab. Als ich schon dabei war mir wieder meinen Stöpsel ins Ohr zu schieben wankte ein kleines Mädchen etwa 4 auf ihn zu.
Er, immernoch dabei sich aufzuplustern wie ein Maikäfer auf der Kirmes, schaute nur kurz auf sie herab und stiess sie fort.
Sie fiel und fing sofort an zu weinen. Nun war Polen offen, Mama und Papa, im Anzug und Schleier, weiter hinten ergingen sich sofort in einem mir nicht verständlichen Wortschwall der Extraklasse.
Das kleine Ding stellte sich wieder auf ihre Beine und fing weinend an zu Mama zu laufen, die sich jedoch immernoch lautstark an meinem "Freund" verging und ein kleines Baby auf dem Arm hatte.
Ich war so fasziniert von der Fähigkeit der Eltern den Angreifer ihrer Tochter mit Worten zu überhäufen und dabei ihre Tochter so komplett aus den Augen zu verlieren, das ich weiter zugucken musste.
Das kleine Mädchen wankte zu Papa und zog ihm, immernoch weinend, am Hosenbein.

Die anschliessende Ohrfeige war etwa 4 m weit zu hören. Der Kopf der Kleinen kippte zuerst nach hinten und dann folgte der restliche Körper.

Wut schoss in mir hoch, ich wollte losbrüllen, wie es bei mir üblich ist wenn ich aus der Haut fahre, doch mir war klar das ich der Kleinen nich helfen konnte.
Der Zug stand gerade und so stieg ich aus, obwohl es nicht meine Station war.

Beim warten auf den nächsten Zug ging mir die Schlagzeile noch durch den Kopf:
"Typ ohne Haare verprügelt arabisch aussehenden Familienvater".

Hab ich mich richtig verhalten ? Nein.
Konnte ich mich anders verhalten ?
Hätte ich durch rumbrüllen irgendwas geändert ?
Was hätte etwas ändern können ?

Es wird Zeit das ich wieder ein paar nette arabische Leute kennenlern, sonst festigt sich in mir dieses Bild, diese Sprache.

Ich bin etwas frustriert, denn ich weiss das es sie geben muss, doch ich kenne keinen.

Was ich kenne sind sehr aggresive Menschen die sich oft als überheblich und intolerant darstellen.

Ein
Ziuwari